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In Erinnerung an Martin Kramer
*16. Februar 1933 † 1. Januar 2022

Mit dem ersten Tag des neuen Jahres mussten wir von Martin Kramer, und damit von einem unserer
früheren Pfarrer Abschied nehmen. Durch seinen Dienst, erst in Salbke und später auch in Buckau,
empfinde ich es beinahe so, als ob er unser Miteinander im Kirchspiel schon zu einer Zeit
vorweggenommen hat, als davon überhaupt noch nicht die Rede sein konnte.


Dieser Verdacht drängt sich mir zweifellos eben auch gerade deswegen auf, weil Martin
Kramer wie kaum ein anderer in die vielfältigen Veränderungsprozesse unserer Zeit eingebunden
war. Aufgrund seiner Sachkenntnis und Erfahrung behielt er bei allem, was es dann zu regeln galt,
scheinbar mühelos den Überblick und die nötige Ruhe. Sein scharfes Gedächtnis erwies ihm hierbei
hilfreiche Dienste und sein überaus korrekter Sinn zeigte sich bis zu den Äußerlichkeiten im Anzug.
Um der Richtigkeit und Gerechtigkeit willen fühlte er sich geradezu verpflichtet, Missstände und
Unkorrektheiten aller Art ohne Umschweife anzuprangern. Ohne dass er damit automatisch
Vorwürfe erheben oder alles besser wissen musste, sollte das in jedem Fall klar ausgesprochen und
benannt sein. Ihn brachte bei all seiner Aktivität nichts so leicht aus dem Konzept. Durch seine
Verlässlichkeit hat er vielen beteiligten Sicherheit vermittelt und in einer schnelllebigen Zeit Halt
und Orientierung gegeben. Als Schreiber dieser Zeilen schließe ich mich darin ein. Bruder Kramer
lernte ich vor inzwischen mehr als zwölf Jahren im Magdeburger Pfarrkonvent kennen. Die
Anteilnahme des im Ruhestand immer noch vielbeschäftigten Mannes am Ergehen anderer habe ich
seitdem als sehr wohltuend und hilfreich erlebt.


Das nimmt auch wieder nicht Wunder, weil er seinem Verständnis nach bei all seinen
Ämtern, sowohl in unserer Kirche als auch in Stadt und Land, immer Pfarrer geblieben ist. Den
jahrelangen, mit größter Sorgfalt verrichteten Dienst als Konsistorialpräsident versah er bei
Vorstellungsrunden im Pfarrkonvent konsequent mit dem Hinweis: „von 1980 bis 1990 im
Konsistorium berufsfremd eingesetzt“, um sofort wieder den Bogen zum Pfarrdienst in Buckau und
den daraufhin eingetretenen aktiven Ruhestand zu spannen.


„Mögen Sie in der Wohnung und dem Kirchspiel gute Zeiten haben. Ich erinnere mich gern
an meine Zeit dort“, schrieb mir Bruder Kramer nach dem gerade bewältigten Umzug in die neue
Stelle anlässlich meines Geburtstags im vergangenen Juli. Wie immer wusste er auch bei dieser
Gelegenheit seinen herzlichen Gruß mit einer treffenden persönlichen Notiz im schönsten
Plauderton abzurunden: „Und irgendwann wird auch die Bauerei an der Hauptstraße zu Ende sein.
Ich bin davon zwar weithin verschont geblieben, werde aber jetzt durch 2-3 Jahre Brückenbau in
Schwierigkeiten gebracht. Herzliche Grüße, Ihr Martin Kramer“.


Solche Sätze eines Menschen, der sonst kein Wort zu viel sagt, waren mir besonders lieb,
weil sie mir etwas von seinen Wesenszügen verrieten. Leider kann ich ihm zu seinem dieser Tage
bevorstehenden 89. Geburtstag keine Karte mehr schreiben. Doch steht er mir weiter so vor Augen
wie ihn Pfarrer Bartels uns zu Beginn seines Trauergottesdienstes charakterisiert hat: Bis zum Ende
wollte Martin Kramer ein selbstbestimmtes Leben führen, oder besser gesagt ein Leben, das seiner
Bestimmung entspricht. In diesem Punkt können wir uns auf je eigene Weise ein Beispiel an der
Maxime des Lebens von Martin Kramer nehmen: Ein Leben führen, das der eigenen Bestimmung
entspricht.


In dankbarer Erinnerung, im Gedenken an seine Familie und an unseren früheren Pfarrer,
im Namen des Kirchspiels
Thoralf Thiele, Pfarrer


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